Reisesatt…

Eigentlich muss ich sagen gefällt mir das Wort “Reisesatt” überhaupt nicht, nur leider trifft es auf meine gegenwärtige Situation sehr zu. Nach 9 Monaten mit 6 bereisten Ländern, 3 Kontinenten, 9 Inseln und 14 Flügen die ich seitdem von Zuhause weg und am Backpacking machen bin, muss ich mir selber eingestehen das ich dieses Wort sehr erfülle. Wieso, weshalb, warum werde ich versuchen euch hier zu erklären.

Wahrscheinlich enttäusche ich mit dieser Entscheidung einige Leute, da sich viele auf mehr Sachen von Australien gefreut haben. Aber wie in Instagram schon gesagt geht meine Reise in Sydney nach 5 Tagen zu Ende. Ich gehe nicht aus Heimweh nach Hause zurück sondern weil ich mittlerweile festgestellt habe, dass ich kein Land mit seinen verborgenen Kulturschätzen, Stränden, Cafés etc. mehr wertschätzen kann.

 

Ich merkte in Bali zwar wie sehr mir das Reisen gut tat in den letzten Monaten, dennoch fing ich an die ganzen Sachen die Bali zu bieten hatte nicht mehr wertzuschätzen. Da ich in drei Ländern zuvor in Tropenländern war und somit immer den Sommer, Dschungel, Vulkane, Wanderungen und viel Meer mitgenommen habe, fing ich an in Bali alles nicht mehr für besonders zu erachten. Es hat sich zwar wieder gelegt weil Bali ein absolutes Paradies ist und ich mich in dieses Land sehr verliebt habe. Dennoch hat es nichts an der Tatsache geändert, dass ich anfing auch über Zuhause, meine Familie und meine Freunde immer mehr nachzudenken. In all der Zeit war meine Reise meine höchste Priorität auf meiner To-Do-Liste, die ich niemals aufgeben würde, für nichts und niemanden. Auf meiner Reise hatte ich sehr viel von meiner To-Do-Liste zu streichen und ich kann auch mit Stolz sagen, dass ich die wichtigsten Ziele, die ich mir gesetzt habe erreicht habe auf dieser Reise auch geschafft habe.

 

Meine oberste Priorität war es in dieser ganzen Zeit mich selbst zu finden. Mehr ich zu sein – und tatsächlich, ich fand mich. Zwischen den Hobbits und der bewundernswerten Landschaft in Neuseeland fand ich ein Stück von meinen wahren Ich wieder. Ich fühlte das erste Mal in meinen Leben völlige Freiheit.  Dieses Gefühl zu beschreiben bedürfte es wahrscheinlich mehrere Seiten, weil nichts es wirklich widerspiegeln könnte, dennoch trifft Freiheit und Leichtigkeit sehr zu. In Neuseeland veränderte ich mich schon um einige Grade wie ich selber feststellen musste. Meine ganze Welt mit meinen Ansichten wurde komplett auf den Kopf gestellt und ich lernte sozusagen neu zu leben und neu mich selber kennenzulernen.

Die zweite Wandlung erlangte ich im Meditationsretreatment in Thailand. In diesen 7 Tagen lernte ich nicht nur mich mehr kennen, sondern ich musste lernen meine ganzen Fehler aber auch meine Stärken mir selber einzugestehen und lernen damit besser umzugehen. Es war definitiv die schwerste Zeit meines ganzen Lebens, aber es hat sich in meinen Augen gelohnt. Meine neuen Ansichten wurde noch mehr gefestigt und ich lernte auch meinen Körper mehr zu lieben und mit mir im Reinen zu sein. Glücklich zu sein , wertzuschätzen was man hat und auch immer offen für Neues zu sein war für mich vor der Reise nicht mal möglich.

 

Somit hatte ich nach Thailand eigentlich alle wichtigen Punkte erreicht, die ich mir gesetzt habe. Alle anderen Punkte auf dieser To-Do-Liste, die ich noch machen durfte, sehe ich als einen schönen Bonus an. Ab den Zeitpunkt fing der Wandel an sich Gedanken über die Zukunft zu machen – über seine Freunde, Familie und über das eigene Zuhause.

 

Man merkt wohl erst ab einen gewissen Zeitpunkt, dass es Zeit wird nach Hause zu gehen und dieser Moment ist bei mir jetzt gekommen. Mir fiel diese Entscheidung nicht leicht aber ich bereue definitiv keine meiner Entscheidungen, die ich in der Zeit getroffen habe. Es ist alles so gekommen wie es sollte und ich bin dankbar über jede Erfahrung, die mich mehr wachsen lassen hat.

 

Ich will allen Leuten danken, die mir auf meiner Reise begegnet sind, die mich unterstützt haben mehr ich selbst zu sein, die immer da waren, die wie eine Familie für mich geworden sind und danke an die besonderen Menschen, die trotz ihren Reisen immer ein Ohr für meine Probleme hatten.

 

Wo ich mich also geändert habe?

– In jeder Hinsicht. Charakter, Ansichten & Kleinigkeiten. Ich ging als jemand auf die Reise der sich selbst verloren hatte und komme zurück als jemand der weiß was er im Leben will, viel mehr Selbstbewusster ist und sich selber lernen geliebt hat.

 

Jetzt startet wohl wieder ein neues Abenteuer, aber ich bin definitiv gespannt was die Zukunft bringen wird. Was ich aber weiß ist, dass ich mich nicht mehr der Gesellschaft anpassen will in Deutschland oder in Instagram sondern ich will einfach ich sein. So bin ich gut und vor allem bin ich glücklicher als je zuvor in meinen Leben.

 

Ich fliege somit mit viel Erfahrung, einer neuen Christine und einem weinenden und lächelnden Auge zurück. :’)

 

 

 

3 comments

  1. Stina

    Genau so habe ich mich auch gefühlt nach 7 Monaten reisen. Einfach reisemüde. Stimm dir voll und ganz zu in dem Punkt, dass man die vielen neuen Eindrücke und Besonderheiten eines Landes/ Ortes einfach irgendwann nicht mehr wertschätzt. Ich glaube es ist schwer über so lange Zeit den “Zauber” des Reisens beizubehalten, irgendwann ist die Luft raus und eine Pause tut gut, um sich zu sammeln, zu orientieren und dann mit frischer Energie in ein neues Abenteuer starten zu können.
    Freu mich auf das, was in Zukunft von dir kommt 🙂

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  2. Sanne at home

    Das du sehr sehr schön geschrieben. Willkommen zu Hause

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  3. Nadine

    Ich folge dir schon lange bei Instagram und du wirkst mittlerweile einfach so viel glücklicher als zu deiner Fitnesszeit. Gerade habe ich einige deiner Blogposts gelesen und sie haben mich sehr berührt. Deine Art wie du das Leben nun siehst und auch dein toller Schreibstil. Mach weiter so. 🙂 Ich hoffe dass ich auch bald soweit komme, zu mir selbst finde und weiß was ich von Leben will bzw. mich glücklich macht.

    Viele liebe Grüße
    Nadine

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