Falsch abgebogen aber dennoch in der Kindheit gelandet

Was macht man, wenn man zu sechst sich verläuft? Na klar! – man findet einen anderen Weg. Wir sechs kamen am nördlichsten Punkt der Südinsel an – nämlich am Split Farewell. Leichter gesagt als getan. Wir dachten wir hätten den ultimativen Weg zum Buller Point Lighthouse gefunden, am Schluss stellt es sich eher als ein Weg in die Kindheit zurück – als ein Weg zum Lighthouse. Vom kilometerweiten barfuss laufen über den schönsten Strand ging es auf zum Abenteuer. Das Gefühl auf einer Sanddünne zu stehen, die Meeresluft vorm Sprung einzuatmen und dann zu springen. In ein weißes Meer aus Sand, mit puschelige grüne Büschen, die aussehen wie Ponpoms sowie einen Seelöwen von nahen zu sehen. Erinnert ihr euch noch wo ihr vielleicht von Sandhügeln gesprungen seid oder sogar euch runterrollen lassen habt in der Kindheit oder an eueren ersten Seelöwen im ZOO? Ja – Genau das haben wir auch gemacht. Wir sprangen, tollten herum, versuchten einige Handstände und Räder zu schlagen. Wir fühlten uns frei und glücklich. Ein Moment wieder einmal Kind sein zu dürfen – ohne irgendwelche Sorgen oder Laster. Sich keine Gedanken um morgen oder irgendwelche Planungen zu machen. In diesem Moment kam mir gleich das Lied “Die Gedanken sind frei…” in den Sinn. Es beschreibt einfach dieses schwerelose Gefühl, was wir einfach nur in unserer Kindheit verspüren.

Wann wart ihr das letzte Mal Kind?


Split Farewell 05122016

Die Vorfreude auf das Große

Jeder kennt es, das Gefühl von Vorfreude. Vor dem Vehicle Check-in bei der Bluebridge Ferry anstehen und sich wie ein Kind freuen. In paar Minuten geht es endlich los, das Abenteuer in Richtung Südinsel von Neuseeland. Kann es kaum fassen, nach den zwei Monaten hier auf der Nordinsel, die schon sehr Natura war geht es jetzt auf die Südinsel. Ich weiß noch die Zeit zu Hause, wo ich nicht mal freiwillig wandern gehen wollte. Immer wenn mich meine Eltern dazu aufgefordert haben,nur spazieren zu gehen, hieß es: „Ich habe was besseres vor.“ Um ehrlich zu sein, ich hatte nie was besseres vor. Aber klar natürlich Netflix & Chill – unsere Generation, wer kennt es nicht? Wir verlieren uns in der Serienwelt und sei es nur in unserer Freizeit. Kaum fangen wir eine an, werden wir zu kleinen Junkies, die alle Folgen im Nu verschlingen. Hier, in einem Land wo es nicht immer WLAN gibt und wenn, JA ich bin Spark Kunde und ich kann jeden Tag 1 GB Wifi vor Free an Spark Boxen haben, juckt mich die diese Netflix Welt einfach nicht mehr. Hier und jetzt spielt eine Rolle. Komisches Gefühl zu wissen, was sich einfach nicht alles auf kurzer Zeit so verändert. Mittlerweile bemerke ich kleine Veränderungen an mir, an meiner Persönlichkeit und an meinen Gewohnheiten, die sehr schleichend kamen. Nicht nur das ich mittlerweile wandern liebe, nein ich liebe es mittlerweile in der Natur zu sein. Egal bei welchen Wetter. Es beruhigt mich. Umso mehr steigt diese Vorfreude mit jeder Seemeile, die wir gerade mit der Fähre zurücklegen. Das Gefühl von Freiheit. Sich in sein Auto sitzen zu können, einige Meilen zu fahren, um dann einfach irgendwo anzuhalten und den Moment mit einem wunderbaren Ausblick zu genießen.  Und hier auf der Südinsel soll es nur von diesen Momenten wimmeln. Diese Insel soll noch viel schöner sein als die Nordinsel. Kaum vorstellbar aber trotzdem möglich, wenn man all die Fotos in den Reiseführern oder Instagram sieht. Auf was ich mich am meisten Freue?

Natürlich auf das aufwachen in der Früh und den Blick einer atemberaubenden Landschaft.

Sollten wir nicht alle solch Momente im Leben jeden Tag genießen können? 


Picton 01012017

Jahres. – Inselwechsel und viele Emotionen

Man denkt gar nicht wie schnell das Jahr eigentlich vorbeigeht, aber hier sitz ich nun, zwei Monate habe ich mittlerweile im Norden Neuseelands verbracht und für mich startet im nächsten Jahr meine Reise in den Süden der Insel. Genau an solchen besonderen Tagen, zweifelt man ein wenig an sich selbst. Hab ich das richtige getan? Wäre es nicht besser zu Hause? Und und und – Man liegt Nachts in seinem Auto, hört vielleicht ein Lied und schwups bekommt man Heimweh nach den Liebsten. Dieses Gefühl wird aber wieder durch den Durst nach was Neuen ersetzt. Wir sind alle anfangs ein wenig naiv unserer Reise. Wir stellen uns es ziemlich einfach vor – irgendwo in einem fremden Land mit dem eigenen Auto zu reisen. Aber leider ist es nicht immer so, denn es gehört viel mehr dazu. Planung, Organisation, Stress und vor allem das reale Leben. Natürlich gibt es die Abende am Auto oder am Strand mit einem Bier mit vielen Leuten, aber halt nicht so häufig wie ich oder viele anfangs gedacht haben. Es gibt halt auch diese Momente, wo man alleine in seinem Campervan sitzt und alles hinterfragt. Es fallen auch mal die ein oder andere Träne, dennoch lohnt sich alles am Ende. Die guten Zeiten machen wiederum die schlechten Zeiten weg und das Wichtigste ist, wir wachsen an uns selber. Wir erleben eine Freiheit, die wir zu Hause nicht mal annähernd hatten. Es gibt halt diese Kämpfe, die wir mit uns selber austragen müssen aber genau diese werdet ihr nie vergessen. Wir müssen nicht auf alles eine Antwort haben und es ist definitiv okay mal nicht so stark zu sein. Am Ende unserer Reise werden alle Orte einen Teil unserer Ichs ausmachen. Dieser Teil wird einige Perspektiven in unserem Leben aufs Ganze verändern – wir werden uns selber mehr und mehr verstehen. Einen Tag mal alleine zu Erleben wird nicht mehr so schrecklich klingen oder sein wie am Anfang dieser Reise. Wir lernen die Ruhe und vor allem diese Freiheit sehr zu schätzen.

Auch ein Punkt meiner Anfangszeit hier war, dass ich wirklich dachte Instagram, Bloggen & Fitness wären so mein Ding und ich könnte es hier weiter so durchziehen wie die 2 Jahre zuvor . Mittlerweile hat sich mein komplettes Weltbild verschoben. Ich scrolle durch mein Instagramfeed und frage mich wirklich was mit einigen Accounts passiert ist, denen ich früher gerne gefolgt bin. Überall sieht man nur perfekte Bilder, perfekte Tagesabläufe und vor allem die ganzen Rabattcodes. Alles wird ins perfekte Bild gerückt, aber nie wird wirklich über die ganzen Fehltritte hinter der Kulisse geredet. Soviel Zeit, die in ein perfektes Bild rein investiert wird. Genau in dieser verloren Zeit, hätten wir so vieles sinnvolles machen können. Wem macht den das Bloggen auf Instagram dann noch Spaß? Ich sag – nur wenigen. Ich muss mich selber da mit einschließen, da ich früher immer dachte ich müsste immer die perfekten Bilder posten, im perfekten Licht, sowie die besten Fitnessfeeds abliefern und mich mit anderen messen. Für mich ist das ein Stop hier – ich will mich weiterentwickeln und mein eigenes Ding machen. Mehr ich sein.

Und diesmal habe ich genau diese eine Chance in meinem Leben – Meine Reise, die ich auf die bestmögliche Weise nutzen sollte. Ich werde mich hier sicherlich noch mehr verändern oder auf einer der anderen Ländern, die ich noch bereisen werde. Ich weiß jetzt was ich erreichen kann und möchte und lasse mich nicht mehr von Außen beeinflussen. Ich bleibe mir treu und werde über meine Gefühle und Erfahrungen sprechen – so wie ich es für richtig halte und auch die Lust dazu habe.

Das wichtigste wird sein – sich selbst zu finden.

Was glaubst du? Bist du du? 

 


Wellington 31122016

 

 

Weihnachten mit Fremden

Ich konnte mir nie vorstellen Weihnachten irgendwie alleine zu verbringen geschweige an einem anderen Kontinent mit Fremden. Für mich bedeutet Weihnachten immer, das Zusammenkommen von Familie. Zwar hab ich jetzt keine große Familie, da viele meiner Verwandten in der Tschechei wohnen statt in Deutschland, aber dennoch ist das einfach ein Familientag.

Früher war Weihnachten komplett anders. Als Kindern freuten wir uns immer auf den Weihnachtsmann und auf die Glocke nach dem Essen, die somit die Geschenkauspackzeit einläutet. Natürlich hat jeder Weihnachten ganz anders erlebt als er klein war, aber das war mein jährlicher Ablauf bei Weihnachten und ich war jedesmal begeistert. Über Jahre hinweg hat sich das natürlich verändert. Wir fangen an nicht mehr an den Weihnachtsmann zu glauben, wir wissen das unsere Eltern die Geschenke kaufen und alles läuft viel disziplinierter ab.

Ich fragte mich also die letzten Wochen hier, wie wohl Weihnachten diesmal für mich sein wird. Ich muss gestehen, ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen. Die Weihnachtsstimmung kam überhaupt nicht durch. Verständlich bei 24 Grad draußen, wer würde da schon an Weihnachten denken. Weihnachten ist einfach für mich weiß, Schnee und es ist kalt. Also hatte ich hier diesmal das absolute Gegenteil.

Für mich fing der Weihnachtsmorgen am 24ten am Strand bei meiner ersten Surflesson statt. Surflesson am Beach – wer wäre da nicht dabei. Gesagt getan. (Über meine erste Surferfahrung könnt ihr hier gerne alles nachlesen) Wir lernten an dem Tag auch Tim & Patrick kennen. Zwei Männer (ich sage Jungs ;D), aus Magdeburg, die in der Neuseeland Facebookgruppe Leute für Weihnachten suchten. Ich dachte mir, wieso nicht einfach Weihnachten mit völlig Fremden verbringen. Da wir ein Air BnB Zimmer gebucht hatten, sponsorten wir die Küche zum Abendessen, da die Jungs für uns kochen wollten. Ich muss sagen es war ein Festmahl & die besagte Weihnachtsstimmung kam auch endlich mal auf. Es gab als Vorspeise einen gemischten Salat, als Hauptspeise Ofen Lachs mit Süßkartoffeln und Gemsüse & zum Dessert natürlich Vanille Eis mit Mango und Ananas. Ein Festessen, was absolut weihnachtswürdig zum Essen Zuhause war. Großes Lob geht an unseren Koch Patrick! Zum krönenden Abschluss gab es natürlich noch einen Weihnachtsfilm. Na was denkt ihr welchen wir geschaut haben?

Natürlich Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Mein und anscheinend für viele anderen auch DER Weihnachtsfilm.

Weihnachten war aber am 24ten noch nicht vorbei für uns, da unsere Air BnB Host Familie, wohlgemerkt Local Kiwis, uns zu ihrem Weihnachtsessen zur Mittagszeit eingeladen haben. Die Neuseeländer müsst ihr wissen,feiern ihr Weihnachten nämlich erst am 25ten Dezember. Da wird dann ein kaltes Buffet mit Turkey, Gemüse, Brot & allem Drum und dran aufgestellt, wo sich jeder bedienen kann. Man kann es wie ein Event vorstellen nur sehr sehr viel familiärer. Wir lernten Bekannten von unseren Hosts kennen, die aus Australien sowie aus Kanada kamen. Für unsere Englishskills war das ein absoluter Bonus. Am Tisch liegen dann kleine Geschenke für jeden bei, die nach Tradition mit einem anderen gegenüberliegenden Tischpartner mit ziehen zerrissen werden. In diesen findet man immer eine rote Krone und ein Spielzeug vor. Eigentlich eine ziemlich lustige Situation wenn ca. 15 Personen am Tisch mit einer solch roten Krone sitzen. Es wurde gelacht, Informationen getauscht und wir vier (Pia, Tim, Patrick & Ich) verbrachten meiner Meinung nach unserem gestrigen Weihnachtessen, nochmals ein schönes Weihnachten.

Mein Tipp an jeden der vielleicht wie wir am Anfang ins Grübeln kommt. Springt ins kalte Wasser, denn meistens erlebt ihr genau solche super Momente wie wir. 

1st Surflesson

English below


Wie versprochen ein Blogpost über unsere erste Surflesson in Tauranga. Die Surflesson hat uns 75 NZD$ gekostet inklusive Surfboard, Wetsuit und Anfängerstunde. Insgesamt waren wir ca. 8 Leute, die das erste Mal versuchten wollten zu surfen. Es bleibt leider auch nur beim Versuchen. Ich muss sagen, ich dachte wirklich ich würde besser sein, durch 15 Jahre Snowboarden. Pustekuchen! Es ist echt viel schwieriger als gedacht. Nicht nur dass das Aufstehen nicht so gut geklappt hat, auch das Stehen bleiben auf dem Board ist eine Kunst für sich. Nachdem man auch noch paar Boards von den anderen geschlagen kriegt, ist man nach einiger Zeit vom paddeln sehr demoliert. Für mich heißt es jetzt practise practise practise.

Aber das war noch nicht das ganze Highlight. Leider bzw. eigentlich bin ich nur froh das es meine Handballen getroffen hat, wurde ich von einer Qualle vergiftet. Ich muss sagen ich bin ziemlich froh einen langen Wetsuit angehabt zu haben, da es sicherlich mehr als nur meine Handballen getroffen hätte. Ich muss sagen es brennt definitiv wie die Hölle und mit dem darauf pinkeln, naja bin ich erstmal nicht gekommen. Mal schauen wie es sich weiterentwickelt. Das tut trotzdem nichts zur Sache, ich habe Blut geleckt und surfen wird mein neues Hobby.


As promised a blog post about our first Surflesson in Tauranga. The Surflesson cost us 75 NZD $ including Surfboard, Wetsuit and a beginner lesson with a instructor. Overall, we were about 8 people who wanted to try the first time to surf. Unfortunately only trying. I must say I really thought I’d be better off by 15 years of snowboarding. Hahaha! It is really much more difficult than imagined. Not only that the standing up has not worked so well, even standing on the board is an art in itself. After a few beaten by boards of others, you are very demolished after some time of paddling. For me it is called now practice practice practice.

But that was not the whole highlight yet. Unfortunately, or actually I’m just glad it has hit my hand, I was poisoned by a jellyfish. I have to say I’m quite happy to have had a long wetsuit on as it would certainly have hit more than my handball. I have to say it definitely burns like hell and forgot to pee on it. Let’s see how it evolves. That still does not matter, I have licked blood and surfing will be my new hobby after all.