Ein Sprung ins Ungewisse…

Der Atem beschleunigt sich, dein Herzschlag fängt an zum Rasen und du selber siehst einen Abgrund vor dir. Genau das passiert wenn du kurz vor einem Bungee Sprung stehst. Ja ich glaub ich war noch nie so aufgeregt, wie vor diesem Sprung. Mein Herz raste eigentlich schon 10 Minuten vorher im Auto, bevor wir überhaupt beim Bungee ankamen. Zu erklären ist das wahrscheinlich nicht, aber ich glaube durch das Springen ins Ungewisse versetzt es uns in Panik. Erst recht wenn man ein wenig Höhenangst hat oder Respekt vor größeren Höhen. Ich konnte mir in Deutschland nie vorstellen, dass ich da mal einen Bungeesprung wagen würde. Mir fallen da tausend Ausreden ein, warum ich es nicht machen sollte oder auch ein Aspekt war, dass es in meinen Freundeskreis nie jemand so richtig scharf darauf war. Was somit also auch ein Grund war mit dem Neuanfang in Neuseeland wirklich einfach jede verrückte Aktivität zu machen, wenn es das Geld erlaubt. Also nun stand ich da im Bungy Center und schaute mir auf einer Leinwand, die Sprünge an die gerade draußen vor sich gingen. Alleine wollte ich definitiv nicht springen und versuchte somit die Anderen dazu zu motivieren. Am Schluss waren wir dann zwar nur zu zweit, die es wagten. Wir gingen auf den Check-in Schalter zu und wollten uns anmelden. Leider wurde uns erstmal der Wind gehörig aus den Segeln genommen. Sie waren komplett ausgebucht und genau in dem Moment wo wir uns schon ziemlich enttäuscht abwendeten geschah das Wunder. Es wurden zwei Plätze frei für den Sprung, die in einer halben Stunden schon stattfinden sollten. Innerlich jubelte ich, kaum zu glauben eigentlich weil kurz davor war ich komplett zerstreut und hatte Herzrasen. Ich glaub das schlimmste eigentlich an diesem Bungee Jump war nicht der Sprung selber sondern die Warterei davor. Da steigt eigentlich die Nervosität erst richtig an. Du stehst auf dieser Brücke mit anderen Mitstreitern und wirst langsam auf den Sprung vorbereitet. Erst wird dir das ganze Geschirr um deine Hüfte und Beine gelegt, danach sitzt du da und ein Mitarbeiter befestigt die ganzen Karabiner Hacken an deinem Geschirr. Muss sagen, die Jungs da haben meine Nervosität ziemlich gut abklingen lassen. Ohne die wäre ich verloren gewesen. Ihr hört Musik im Hintergrund, die Lachen der Mitarbeiter und werdet ein wenig ruhiger. Und dann geht es endlich los. Ihr müsst bis zum Abgrund watscheln. Ein Pinguin wäre in diesem Moment nicht gegen mich gewesen. Ein Lächeln in die Frontkamera und ein Daumenhoch in die Seitenkamera und dann geht es los. 3 …. 2 …. 1…. Ihr springt. Als ob ihr nie was anderes gemacht hättet. Ein Hochgefühl von absoluter Freiheit. Freiheit leider aber nur für die ersten Sekunden bis ihr auf das Wasser unter euch zu rast und euer Herz einen Aussetzer macht. Euer innere Stimme schreit förmlich: “Was machst du da eigentlich?”. “Bist du wahnsinnig!”. Ich glaube ich hab noch nie so viel Angst – gemischt mit Freunde empfunden, als das Bungee noch paarmal hochschwank. Ein atemstockendes aber durchaus freudvolles Erleben und das Positive ist man kommt sich unbesiegbar vor. Vor allem man lacht seiner Angst mittlerweile förmlich ins Gesicht. Der Adrenalin Kick war es definitiv Wert und auch im Anschluss – ich würde es definitiv nochmal machen.

Diesmal vielleicht von einer noch Höheren Brücke?


Kawarau Bridge Bungy | 43m | 13012017

Ein farbenfrohes Spektakel am Arthurs Pass….

Umgeben von Natur pur. Man kann es sich gar nicht vorstellen bzw. damals konnte ich es mir nicht zu Hause vorstellen. Diese ganze Landschaft – ein farbenfrohes und immer wechselndes Spektakel. Es raubt einen den Atem. Mal denkst du, du fährst durch Österreich, mal durch die Türkei, mal durch Italien, dann durch die Schweiz, um am Ende irgendwo an Fjorden wie in Norwegen zu enden. Jedes Szenario löst unterschiedliche Gefühle in mir aus. Überzeugt euch selber von dieser atemberaubenden Landschaft. Auch wird man Zeuge von ganz ungewöhnlichen Aktionen. Aber überzeugt euch selbst.


Arthurs Pass | Devil punchbowl  Track | Tempel Basin Track 07122016

Leichtigkeit im Hinfallen – Stärke im Aufstehen

Das Abenteuer ging wieder weiter bei uns. Diesmal sollten wir alle an unsere Grenzen stoßen. Nicht nur physisch sondern auch mental. Wer Stand up paddeling (kurz SUP) schon mal gemacht hat, weiß das es nicht so einfach ist, wie es aussieht. Vor allem aber ist es nicht einfach das in einem offenen Meer bei Wind zu bewältigen. Du sitzt also auf deinem Board – genießt die völlige Freiheit, merkst jede Welle unter dir. Jede Bewegung des Oceans wird zu deiner eigenen – ihr verschmelzt. Dein Surfboard und du werdet zu einem Ganzen. Aber vor allem spürst du eine Leichtigkeit, die sich in dir ausbreitet. Und dann – dieser eine Moment, wo du dich dazu entschließt im Wellengang aufzustehen um zu paddeln. Ihr paddelt in völliger Leichtheit. Und kommt doch mal eine Welle, die euch herausfordert, kämpft ihr, auch wenn es bedeutet runterzufallen um wieder aufzustehen. Wir begegnen solchen Situation im Alltage ziemlich oft. Natürlich nicht auf einer Welle im Meer, aber in unserem Privatleben, in der Arbeit oder irgendwo anders. Es gibt immer Situationen, die uns an den Boden und vor allem an unsere Grenzen bringen werden, dennoch stehen wir auf. Wir werden oft durch einfache Dinge verletzt oder enttäuscht – letztendlich haben wir es dennoch alle überlebt. Mit der ein oder anderen Narbe, die unsere eigene Geschichte erzählt. Jede Geschichte ist ein wertvoller Teil von uns, somit ist auch die Erfahrung zu dieser Geschichte ein Prozess. Es ist leicht hinzufallen, aber es ist die innere Stärke in uns, die uns wieder aufstehen lässt.

Kennst du das Gefühl für eine wichtige Sache gekämpft zu haben? Kämpfst du dafür wieder aufzustehen?


Golden Bay, Tata Beach 06122017

Falsch abgebogen aber dennoch in der Kindheit gelandet

Was macht man, wenn man zu sechst sich verläuft? Na klar! – man findet einen anderen Weg. Wir sechs kamen am nördlichsten Punkt der Südinsel an – nämlich am Split Farewell. Leichter gesagt als getan. Wir dachten wir hätten den ultimativen Weg zum Buller Point Lighthouse gefunden, am Schluss stellt es sich eher als ein Weg in die Kindheit zurück – als ein Weg zum Lighthouse. Vom kilometerweiten barfuss laufen über den schönsten Strand ging es auf zum Abenteuer. Das Gefühl auf einer Sanddünne zu stehen, die Meeresluft vorm Sprung einzuatmen und dann zu springen. In ein weißes Meer aus Sand, mit puschelige grüne Büschen, die aussehen wie Ponpoms sowie einen Seelöwen von nahen zu sehen. Erinnert ihr euch noch wo ihr vielleicht von Sandhügeln gesprungen seid oder sogar euch runterrollen lassen habt in der Kindheit oder an eueren ersten Seelöwen im ZOO? Ja – Genau das haben wir auch gemacht. Wir sprangen, tollten herum, versuchten einige Handstände und Räder zu schlagen. Wir fühlten uns frei und glücklich. Ein Moment wieder einmal Kind sein zu dürfen – ohne irgendwelche Sorgen oder Laster. Sich keine Gedanken um morgen oder irgendwelche Planungen zu machen. In diesem Moment kam mir gleich das Lied “Die Gedanken sind frei…” in den Sinn. Es beschreibt einfach dieses schwerelose Gefühl, was wir einfach nur in unserer Kindheit verspüren.

Wann wart ihr das letzte Mal Kind?


Split Farewell 05122016

Innere Ruhe im Abel Tasman Park

Alles fing mit dem Abel Tasman National Park, hier in Neuseeland an. Ein Dutch Landsmann, der eigentlich Australien suchte aber Neuseeland dafür fand. Zwar legte er nie am Land an, doch paar Jahrhundert Jahre später und einige Anträge damit der Park geschützt ist – war ich da. Ein gigantischer Park mit einem 60km Walk durch ihn hindurch. Kaum vorstellbar, aber dennoch möglich. Leider war dieser Walk uns dreien verwehrt, durch Überbuchung und wir überlegten uns eine Alternative. Wir kombinierten das Wassertaxi mit Wandern an einem Point des National Parks. Ihr sitzt also in diesem Wassertaxi, überall dieses blau türkis schillernde Meer, eine atemberaubender goldener Sandstrand,Bäume von einem satten Grün, der Hauch einer Meeres Brise und ihr kommt euch im totalen Paradise vor . Dieser Geruch, von Salz und Meer kennt ihr bestimmt, wenn ihr selber am Meer wart. Ich verbinde diesen Geruch immer mit Entspannung und genau das war auch das Gefühl, was sich auf dieser 3-stündigen Bootsfahrt und dem zwei stündigen Walk in mir ausbreitete. Völlige innere Ruhe. Ein Moment, den man selber festhält und für sich genießt. Ich weiß gar nicht, wann es angefangen hat diese völlige innere Ruhe. Wahrscheinlich kam sie schleichend hier in Neuseeland, denn in Deutschland verspürte ich diese Ruhe niemals. Ich war immer unter Strom und ich merkte in meinen Alltag, dass mir einfach in meinen Leben was fehlte. Mir fehlte meine innere Ruhe, meine Ausgeglichenheit und vor allem das Gefühl angekommen zu sein. Ich glaube, viele von uns sind in ihrem Alltag gefangen und jagen Gespenstern von Träumen hinter, weil es von der Gesellschaft so vorgelebt wird. Aber sind wir zufrieden mit unserem Job den wir gerade machen, oder mit dem Freundeskreis den wir haben? Veränderungen bedeuten Risiko und viele gehen dieses Weg nicht aus Angst vieles verlieren zu können. Am Ende verlieren wir leider uns selbst.

Würdest du also das Risiko eingehen, etwas Neues auszuprobieren auch wenn es beutetet vielleicht alles zu verlieren um selber glücklich zu sein? 

 

Abel Tasman National Park / Bark Bay 05012017