Leichtigkeit im Hinfallen – Stärke im Aufstehen

Das Abenteuer ging wieder weiter bei uns. Diesmal sollten wir alle an unsere Grenzen stoßen. Nicht nur physisch sondern auch mental. Wer Stand up paddeling (kurz SUP) schon mal gemacht hat, weiß das es nicht so einfach ist, wie es aussieht. Vor allem aber ist es nicht einfach das in einem offenen Meer bei Wind zu bewältigen. Du sitzt also auf deinem Board – genießt die völlige Freiheit, merkst jede Welle unter dir. Jede Bewegung des Oceans wird zu deiner eigenen – ihr verschmelzt. Dein Surfboard und du werdet zu einem Ganzen. Aber vor allem spürst du eine Leichtigkeit, die sich in dir ausbreitet. Und dann – dieser eine Moment, wo du dich dazu entschließt im Wellengang aufzustehen um zu paddeln. Ihr paddelt in völliger Leichtheit. Und kommt doch mal eine Welle, die euch herausfordert, kämpft ihr, auch wenn es bedeutet runterzufallen um wieder aufzustehen. Wir begegnen solchen Situation im Alltage ziemlich oft. Natürlich nicht auf einer Welle im Meer, aber in unserem Privatleben, in der Arbeit oder irgendwo anders. Es gibt immer Situationen, die uns an den Boden und vor allem an unsere Grenzen bringen werden, dennoch stehen wir auf. Wir werden oft durch einfache Dinge verletzt oder enttäuscht – letztendlich haben wir es dennoch alle überlebt. Mit der ein oder anderen Narbe, die unsere eigene Geschichte erzählt. Jede Geschichte ist ein wertvoller Teil von uns, somit ist auch die Erfahrung zu dieser Geschichte ein Prozess. Es ist leicht hinzufallen, aber es ist die innere Stärke in uns, die uns wieder aufstehen lässt.

Kennst du das Gefühl für eine wichtige Sache gekämpft zu haben? Kämpfst du dafür wieder aufzustehen?


Golden Bay, Tata Beach 06122017

Falsch abgebogen aber dennoch in der Kindheit gelandet

Was macht man, wenn man zu sechst sich verläuft? Na klar! – man findet einen anderen Weg. Wir sechs kamen am nördlichsten Punkt der Südinsel an – nämlich am Split Farewell. Leichter gesagt als getan. Wir dachten wir hätten den ultimativen Weg zum Buller Point Lighthouse gefunden, am Schluss stellt es sich eher als ein Weg in die Kindheit zurück – als ein Weg zum Lighthouse. Vom kilometerweiten barfuss laufen über den schönsten Strand ging es auf zum Abenteuer. Das Gefühl auf einer Sanddünne zu stehen, die Meeresluft vorm Sprung einzuatmen und dann zu springen. In ein weißes Meer aus Sand, mit puschelige grüne Büschen, die aussehen wie Ponpoms sowie einen Seelöwen von nahen zu sehen. Erinnert ihr euch noch wo ihr vielleicht von Sandhügeln gesprungen seid oder sogar euch runterrollen lassen habt in der Kindheit oder an eueren ersten Seelöwen im ZOO? Ja – Genau das haben wir auch gemacht. Wir sprangen, tollten herum, versuchten einige Handstände und Räder zu schlagen. Wir fühlten uns frei und glücklich. Ein Moment wieder einmal Kind sein zu dürfen – ohne irgendwelche Sorgen oder Laster. Sich keine Gedanken um morgen oder irgendwelche Planungen zu machen. In diesem Moment kam mir gleich das Lied “Die Gedanken sind frei…” in den Sinn. Es beschreibt einfach dieses schwerelose Gefühl, was wir einfach nur in unserer Kindheit verspüren.

Wann wart ihr das letzte Mal Kind?


Split Farewell 05122016

Die Vorfreude auf das Große

Jeder kennt es, das Gefühl von Vorfreude. Vor dem Vehicle Check-in bei der Bluebridge Ferry anstehen und sich wie ein Kind freuen. In paar Minuten geht es endlich los, das Abenteuer in Richtung Südinsel von Neuseeland. Kann es kaum fassen, nach den zwei Monaten hier auf der Nordinsel, die schon sehr Natura war geht es jetzt auf die Südinsel. Ich weiß noch die Zeit zu Hause, wo ich nicht mal freiwillig wandern gehen wollte. Immer wenn mich meine Eltern dazu aufgefordert haben,nur spazieren zu gehen, hieß es: „Ich habe was besseres vor.“ Um ehrlich zu sein, ich hatte nie was besseres vor. Aber klar natürlich Netflix & Chill – unsere Generation, wer kennt es nicht? Wir verlieren uns in der Serienwelt und sei es nur in unserer Freizeit. Kaum fangen wir eine an, werden wir zu kleinen Junkies, die alle Folgen im Nu verschlingen. Hier, in einem Land wo es nicht immer WLAN gibt und wenn, JA ich bin Spark Kunde und ich kann jeden Tag 1 GB Wifi vor Free an Spark Boxen haben, juckt mich die diese Netflix Welt einfach nicht mehr. Hier und jetzt spielt eine Rolle. Komisches Gefühl zu wissen, was sich einfach nicht alles auf kurzer Zeit so verändert. Mittlerweile bemerke ich kleine Veränderungen an mir, an meiner Persönlichkeit und an meinen Gewohnheiten, die sehr schleichend kamen. Nicht nur das ich mittlerweile wandern liebe, nein ich liebe es mittlerweile in der Natur zu sein. Egal bei welchen Wetter. Es beruhigt mich. Umso mehr steigt diese Vorfreude mit jeder Seemeile, die wir gerade mit der Fähre zurücklegen. Das Gefühl von Freiheit. Sich in sein Auto sitzen zu können, einige Meilen zu fahren, um dann einfach irgendwo anzuhalten und den Moment mit einem wunderbaren Ausblick zu genießen.  Und hier auf der Südinsel soll es nur von diesen Momenten wimmeln. Diese Insel soll noch viel schöner sein als die Nordinsel. Kaum vorstellbar aber trotzdem möglich, wenn man all die Fotos in den Reiseführern oder Instagram sieht. Auf was ich mich am meisten Freue?

Natürlich auf das aufwachen in der Früh und den Blick einer atemberaubenden Landschaft.

Sollten wir nicht alle solch Momente im Leben jeden Tag genießen können? 


Picton 01012017