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Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.

Und nun sitze ich da, vier Monate später, am Flughafen in Auckland bevor es für mich gleich in Richtung Fiji geht. Ich erinnere mich an den Moment als ob es gestern gewesen wäre. Als ich am Münchner Flughafen mit meiner besten Freundin und meinen Eltern stand. Kaum zu glauben, dass die Zeit mittlerweile schon so vergangen ist. Gerade zu realisieren, dass meine Reise hier zu Ende geht. Nach 13.000km mit meinen geliebten Auto BOB und mit vielen Bekanntschaften. Mit Einigen, die mit dir ein tieferes und ernstes Gespräche führen, andere wiederum die mit dir jeden Unsinn machen. Auch die Abschiede gehören wohl dazu, die man mit einem lächelnden oder weinenden Auge rückblickend betrachtet. Was ich hier aber gelernt habe?

Ich habe mich selbst mehr und mehr kennengelernt. Gelernt auf mich aufzupassen, selbständiger zu sein, mich um andere zu kümmern aber auch ab und zu egoistisch zu sein, weil ich selbst auch an erster Stelle stehe. Das zu Lernen war wahrscheinlich die größte Herausforderung für mich. Sich selbst wert zu schätzen, zu verstehen, dass man sich nicht immer für andere zerreißen sollte. Auch, dass man sich nicht mit allen Menschen vertragen kann oder sich versteht war mal etwas Neues für mich.

 

Viele haben meine Blogposts sowie Bilder auf Instagram mitverfolgt und sicherlich scheint durch diese Bilder alles super auf den ersten Blick. Dennoch gab es auch hier neben den guten Tagen auch schlechte. Einer der schlechten Tage waren die, an denen man sich auf einen Ort freut aber es einfach nur wie aus Eimern schüttet und das mehrere Tage lang. Gegen Wetter kann man sicherlich nichts unternehmen sondern natürlich nur das Beste daraus machen, trotzdem ist es einfach schade, eine Landschaft zu haben, die atemberaubend im Sonnenlicht ist. Oder 200 NZ $ zu kassieren fürs Falschparken. Da könnte man glatt meinen, ich hätte mitten in einer Kirche geparkt für dieses Geld, statt auf einen Parkplatz. Aber auch wenn ich diese schlechten Tage hatte, die auch meistens mit Muskelkater gestaltet waren, würde ich diese Zeit hier niemals eintauschen.

 

Für mich ist in den vier Monaten ein Traum wahr geworden. Ein Traum der mich seit 2001 begleitet hat. Seit ich die Herr der Ringe Filme mit meiner Mama im Kino oder auf Dvd angeschaut habe, war es mein Traum nach Neuseeland zu kommen. Das Land der Hobbits, Elben und Orks von Nahem zu sehen. Zu sehen und vor Allem die Atmosphäre zu spüren, wenn man an einer Location vom Film steht. Vorgestern war es endlich so weit – ich besuchte Hobbinton. Aber nicht die normale Tour sondern die Evening Banquet Tour. Diese ist deswegen besonders, weil sie die Letzte Tour des Tages ist, um die 5 Stunden dauert, man ein richtiges Abendessen, den Hobbits würdig ist bekommt und Hobbinton bei Nacht sieht. Für mich ist an dem Tag dieser Traum wahr geworden. Man steht da, wartet auf den Bus der dich nach Hobbinton bringt und 10 Minuten später steht ihr im Auenland. Mitten drin im Geschehen. Deine Gefühle fahren Achterbahn. Du erinnerst dich an deinen ersten Herr der Ringe Film mit deinen Eltern im Kino. Erinnerst dich an deine Kindheit und vor Allem an die unzähligen Momente, in denen man sich selbst hier her gewünscht hatte. Ihr wandert durch das Auenland, versucht alles im Geiste zu rekonstruieren was ihr vom Film kennt und am Ende steht ihr im Grünen Drachen und speist wie die Charaktere in Herr der Ringe. Eine Atmosphäre die Geborgenheit und Heimatgefühl ausstrahlt. Dieses Gefühl wird dann nur noch bestärkt durch die lautstarken Gespräche, das Beisammensein beim Essen und die Gelächter am Kaminfeuer.

 

Wie Bilbo sagen würde:

Die Straße gleitet fort und fort
weg von der Tür wo sie begann
weit überland von Ort zu Ort
ich folge ihr so gut ich kann
ich lauf’ ihr raschen Schrittes nach
und wohin dann??
Ich weiß es nicht!!!!

Meine Reise in Mittelerde geht nach vier Monaten zu Ende. Ein Land was mich bereichert und geprägt hat. Ich habe mich selbst Schritt für Schritt immer näher kennengelernt und vor allem eine Familie und Freunde fürs Leben gefunden.

Ob ich es bereue alleine zu reisen? – Ich würde es immer wieder machen! 


Mein nächstes Abenteuer beginnt morgen – FIJI kann kommen.



O

Comments

Wow, richtig beeindruckend!

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