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… und da stehen wir eines Morgens vorm Spiegel und fangen an uns kritisch zu beobachten. Hier und da eine Falte, eine Delle hier, Cellulite da und hier könnte man doch ein wenig Abnehmen. Und so geht sie dahin, die Prozedur mit unserer Selbstliebe. Wir schätzen unseren Körper einfach nicht mehr wert. Wir kritisieren ihn und das nicht mal gnädig. Überall wird uns vorgezeigt wie ein perfekter Körper auszusehen hat. Nicht mehr nur im Fernsehen, nein auch überall auf allen Social Media Plattformen. Damals saß ich auch vorm TV und bewunderte die Promis oder die Mädchen bei Germany’s Next Topmodel für ihre super tollen schlanken Maße. Ich wollte genauso sein wie sie. Und ich wurde wie sie.

Ich habe vor einigen Minuten meine alten Bilder durchgeschaut und ich bin durch den Sport und so einem “Sportprogramm” was überall gepriesen wird auch wirklich dünn geworden. Ich werde darüber nichts Negatives sagen weil diese Umstellung zum Sport und Ernährung mein Leben sehr verändert hat, aber dennoch ist es ins Extreme gerutscht. 24/7 war ich im Fitnessstudio, habe nur trainiert, gekocht, geschlafen und nicht wirklich auf mein Soziales Umfeld geachtet. Hier und da wurden Einladungen zum Essen ausgeschlagen oder ich war zwar anwesend, aber habe dann zum Schluss doch nichts gegessen. Versteht mich nicht falsch, ich war zu dieser Zeit sehr stolz auf mich was ich erreicht habe und genauso meine engsten Freunde. Sie verstanden es. Dennoch es ist eine Zeit in der ich eher mehr unglücklich als glücklich geworden bin. Man merkte förmlich wie diese Unglück an mir zerrte. Es hatte nichts mehr mit Spaß zu tun. Ich lachte auch dadurch nicht mal mehr so oft wie früher einst.

An diesem Punkt angekommen, beschloss ich etwas an meinen Leben zu ändern. Ich entschloss meinen Traum Neuseeland wahr zu machen. Genauso wie davor, wurden mir trotzdem auch noch viele Steine in den Weg gelegt bevor es überhaupt mit meiner Reise losging. Leute, die nicht an mich glaubten meinten sie wüssten es besser. Sie würden mich und meinen Körper besser kennen. Ganz ehrlich, wegen solche Leuten erst habe ich gelernt, mich selbst mehr zu Lieben. Meinen Körper mit 100% zu lieben und auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Es wird immer bessere Leute geben als mich und auch wird es sicherlich schönere Menschen geben, die vielleicht mehr erreicht haben, aber wisst ihr was? Ich liebe mich so wie ich bin. Mit all meinen Fehlern und Makeln die ich vorweisen kann. Auch wenn es bedeutet durch diese Makeln oder Schwächen wie einige sie nennen unsympathisch rüberzukommen.

 

  • Ich liebe meine gütige und hilfsbereite Art an mir auch wenn viele sie missverstehen.
  • Ich liebe meine direkte Art auch wenn sie oft auf Widerstand und Nichtverständnis trifft.
  • Ich liebe meine lustige und humorvolle Seite, da sie ein Ausdruck meiner Freude ist.
  • Ich liebe auch meine emotionale Seite, denn die zeigt meisten auch wie viel Mensch auch ich bin.
  • Ich liebe es für andere einzustehen oder ihnen zu helfen.

 

Ich kann also getrost und lauthals sagen, dass ich genau diese Seiten an mir am meisten bewundere und ich auf diese besonderen Seiten sehr stolz bin.

Wisst ihr – in Neuseeland war einfach alles anders. Ich würde es als “leichter” bezeichnen. Die ganzen Leute nehmen dich da so wie du bist. Sie hinterfragen deine Vergangenheit nicht, zählen dir deine Schwächen nicht auf oder kritisieren dich. Nein, sie nehmen dich so wie du bist. Wieso das so ist? Ganz einfach. Am anderen Ende der Welt, wo wir uns alle als Fremde, als Backpacker wiederfinden – sind wir alle gleich. Alle im selben Boot. Diese Verhalten hat mir persönlich aus der ganzen Sache ungemein viel geholfen. Ich konnte meinen Fitnesswahnsinn in Neuseeland nicht ausleben wie in Deutschland zuvor also musste ich in meiner Routine ausbrechen. Ich stellte meine Prioritäten um. Nämlich mein Glücklich sein und meine Reise wurden zur Priorität No.1 anstatt dem Fitnesswahnsinn.


Wieso also machen wir alles dafür um von anderen geliebt zu werden?

Wieso versuchen wir perfekt zu sein auf unseren Social Media Kanälen?


Es ist ganz einfach – wir wollen einfach beachtet werden. Auch wenn es dann heißt unsere eigene Individualität dafür herzugeben nur um anderen zu gefallen. Was uns aber letztendlich bleibt ist eine Person, die sich selber nicht mal mehr respektiert. Wenn wir uns nicht mal mehr selber respektieren, auf uns achten und mit uns selbst gut umgehen – wie soll es dann jemand anderes tun? Wie sollen die Menschen uns besser behandeln wenn wir es selbst nicht mal machen! Wir versuchen dann unsere Unsicherheit mit der Abwertung anderer Menschen zu vertuschen und das Schlimme daran ist eigentlich die Tatsache, dass wir nicht nur uns damit verletzten sondern auch andere. Oft verurteilen wir Menschen nur beim ersten Anblick. Aber was wir nicht wissen, was für ein Päckchen dieser Mensch zu schleppen hat. Wieso ist er so wie er ist. Wieso geht er mit sich so um, wie er es tut.


Selbstliebe, auch Eigenliebe, bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst. Der Begriff ist sinnverwandt, jedoch nicht vollständig synonym, mit Begriffen wie Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert.

Wie ihr seht geht es darum seine eigenen Bedürfnisse in Vordergrund zu stellen. Seine Liebe zu sich selbst, seine Makel und vor allem geht es darum auf seinen eigenen Körper zu hören. Vergleicht euch bitte nicht mit anderen, denn kein Mensch ist wie der Andere. Wir können zwar die selbe Statur haben, können gemeinsame Charaktereigenschaften vorweisen aber dennoch sind wir nicht gleich.
Wie oft saß ich da und habe mich verglichen. Habe mich vor den Spiegel gestellt und alles hinterfragt. Das faszinierende an dem Prozess war eigentlich, dass wenn ich einen guten Tag hatte auch mein Selbstwertgefühl viel weiter oben lag als an einem schlechten Tag.

 Deinen Körper so zu lieben wie er ist – fängt im Kopf an.

Meistens hängt unsere Tagesform von unseren seelischen und physischen Eigenschaften ab. Wurden wir in irgendeiner Weise verletzt, fühlen wir uns als nichts mehr wert. Wir suhlen uns in negativen Gedanken. Auch ich habe das oft getan. Vor allem wir Mädels kennen dieses Gefühl zu gut wenn es zum Weggehen geht. Wir stehen vorm Spiegel im Bad, fertig geschminkt und angezogen und trotzdem beäugen wir uns kritisch. Ab den Zeitpunkt fängt es dann an, wir halten uns für nicht gut genug und die ersten Tränen laufen uns herunter. Wenn ich die Situation jetzt 7 Monate später betrachte schüttele ich einfach nur noch den Kopf. Wir sind schön so wie wir sind. Du alleine kannst Dinge an dir selber ändern. Natürlich aber nur wenn DU selber willst. Du solltest es nicht machen um anderen zu gefallen sondern nur für dich selbst. Um dich selber besser akzeptieren zu können und lieben zu lernen. Stell dich vor den Spiegel und nimm dir die Zeit dich selbst zu erforschen und genausten hinzuschauen. Schau dir deine “Makel” an und du wirst jemanden sehen der sehr perfekt ist in seiner eigenen Art und Weise.

Hast du dich also schon gefragt, ob du die Dinge, die du eigentlich an dir verändert hast eigentlich für dich selbst oder nur für andere getan hast?

Comments

Der Text geht wirklich unter die Haut & bringt einen selbst ins Grübeln. Wie oft hat man sich eingeredet dass diese oder jene Veränderung für mich war, aber ich sie jedoch ins geheim für jemand anderen gemacht habe, es Unterbewusst wusste, aber unterdrückt habe, aus Angst, diesen vermeintlich positiven Menschen zu verlieren..

Vielen Dank für diese schönen Worte. 🙂

So ein toller Text.

Super schönen Tag & Glg Verena

So ein wundervoller Text! Ich kann dir zu 100% zustimmen ♥
Es ist unser Körper, unsere Lebensversicherung, unser ständiger Begleiter, unser bester Freund – wir sollten ihn mehr schätzen, ein Team werden.

Liebe Grüße
Anne

Danke dir 🙂 Das freut mich sehr, das er dir gefallen hat.

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